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Zeit | Erst die Repression, dann der Kollaps

Autor: Laura Cwiertnia
Bild: In Managua nehmen Polizisten Demonstrantinnen fest. Fast ein Jahr nachdem die Proteste begannen, gehen Oppositionelle immer noch auf die Straße, um die Freilassung von Verhafteten zu fordern. © Maynor Valenzuela/AFP/Getty Images

Das vergangene Jahr fing gut an in Nicaragua. Der britische Guardian wählte das mittelamerikanische Land unter die touristischen Topziele für 2018. An den Surfstränden der Pazifikküste eröffneten in dieser Zeit überall neue Hotels, kleinere für Backpacker, größere für Luxustouristen. Selbst Managua, die Hauptstadt, die

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Reisende lange Zeit gemieden hatten, wurde mehr und mehr zum Ausflugsziel.

Auch sonst schien es ökonomisch bergauf zu gehen, zumindest in den Statistiken. Zwar zählt Nicaragua zu einem der ärmsten Länder Lateinamerikas. Allerdings wuchs die Wirtschaft bis 2017 um fast fünf Prozent pro Jahr. Nicaragua war dabei, ein Ort zu werden, an dem Touristen und Unternehmer sich wohlfühlen.

So schien es.

Jetzt, zwölf Monate später, sieht es dort völlig anders aus. Nur noch wenige Touristen reisen nach Nicaragua. Viele der Hotels haben geschlossen oder wurden erst gar nicht gebaut. Die Wirtschaft steht vor dem Zusammenbruch. Knapp 160.000 Menschen sollen ihren festen Job verloren haben, schätzt die Organisation Funides. Ob die Zahl stimmt, ist unklar. Verlässliche Wirtschaftsdaten zu dem Land zu bekommen ist ebenfalls schwer geworden.

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